Geschütz


Geschütz

Geschütz, Feuerwaffe zum Fortschleudern von größern Geschossen, besteht aus Geschützrohr und Lafette, wozu bei den Feld-G. noch die Protze kommt. Zur Verbindung des Rohrs mit der Lafette dienen die in der Mitte des erstern vorspringenden, zylindrisch geformten Schildzapfen, die bei neuern G. erst wieder im Rohrträger ruhen. Zur Aufnahme der Zündung dient das im Rohrkörper oder im Verschluß angebrachte, gewöhnlich zylindrisch geformte Zündloch. Man unterscheidet Feld-, Gebirgs-, Belagerungs-, Festungs-, Küsten- und Schiffs-(Marine-)G., nach ihrer Konstruktion Vorderladungs- und Hinterladungs-G., glatte und gezogene G. (s. Gezogene Feuerwaffen), Kanonen, Mörser, Haubitzen, Bomben-, Schnellfeuer-, Maximkanonen, Mitrailleusen, Rohrrücklauf-G. Die Bohrung der G. heißt Seele, deren Durchmesser von Feld zu Feld Kaliber (s.d., nebst Textfigur, und Züge). Es gibt Geschützkaliber von 7 bis zu 42 cm. Man benennt die Rohre verschiedenen Kalibers entweder nach diesem in Längenmaßen (Zentimeter, Zoll) oder nach dem Gewicht des zugehörigen Geschosses (Kilogramm, Pfund), auch nach dem Rohrgewicht (wie in England in Tons). Die Länge des Rohrs wird in Kalibern angegeben (L 20, d.h. das Rohr ist 20mal so lang als das Kaliber).


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

Synonyme:

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  • Geschütz — (hierzu Tafeln »Geschütze I IV«), Feuerwaffe von solcher Schwere, daß sie den Handgebrauch ausschließt, besteht im allgemeinen aus dem Geschützrohr und der Laffete (s.d.). Allgemeines. Man unterscheidet Feld , Gebirgs , Belagerungs , Festungs ,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Geschütz — Geschütze I. Deutsche leichte Feldhaubitze 98 (Fig. 1–6) und deutsche Feldkanone 96 (Fig. 7–13) Geschütze II. Belagerungs und Festungsgeschütze. Geschütze III. Schnellfeuerkanonen und Rohrrücklaufkanonen …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Geschütz — Geschütz, 1) diejenige Feuerwaffe, welche (im Gegensatz zu den Handfeuerwaffen) zu ihrer Bedienung u. ihrem Transporte mehrere Leute u. Pferde bedarf. Das G. bildet die Bewaffnung der Artillerie (s.d.), Seine Construction ist im Allgemeinen… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Geschütz — Geschütz, s. Geschütze, Geschützfabrikation, Küstenartillerie, Landungsgeschütze, Schiffsgeschütze, Schnellfeuerkanonen …   Lexikon der gesamten Technik

  • Geschütz — ↑Haubitze, ↑Kanone …   Das große Fremdwörterbuch

  • Geschütz — Sn std. (12. Jh.), mhd. geschütze, geschüz, mndd. geschutte Stammwort. Kollektiv zu Schuß. schießen. ✎ LM 4 (1989), 1385. deutsch s. scheißen …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Geschütz — Geschütz: Mhd. geschütze ist eine Kollektivbildung zu dem unter ↑ Schuss behandelten Substantiv. Das Wort bezeichnete zunächst die Gesamtheit der Schusswaffen, das Schießzeug, dann speziell die schweren Schusswaffen und schließlich auch die… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Geschütz — Die 15 cm Schwere Feldhaubitze 18, ein Standardgeschütz der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg Geschütz (urspr. die Waffe des Schützen, d. h. Bogen, historisch Stück oder Büchse) bezeichnet im Militärwesen eine schwere, nicht zum… …   Deutsch Wikipedia

  • Geschütz — 1. Einem Geschütz, das mit goldenen Kugeln schiesst, kann keine Festung widerstehen. Böhm.: Kdo se stříbrnými kopími potýká, ten vyhrává. (Čelakovský, 362.) 2. Strasburger Geschütz ist nichts mehr nütz. Entstand nach der Einnahme Strasburgs 1681 …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Geschütz — Artillerie; Kanone; Haubitze; Mörser * * * Ge|schütz [gə ʃʏts̮], das; es, e: fahrbare oder fest montierte schwere Schusswaffe: ein schweres Geschütz; Geschütze in Stellung bringen. Syn.: ↑ Kanone; ☆ grobes/schweres Geschütz auffahren (ugs.): jmdm …   Universal-Lexikon